Unter dem Schutz des Erzengels Michael

Wir können die Engel nicht sehen. Aber es ist genug, dass sie uns sehen.          

                                                                                                           Charles Haddon Spurgeon

 

Auch der moderne Mensch weiss sich geborgen in der begleitenden Macht der Engel, die uns schützen und uns Vertrauen in den Anforderungen des Alltags schenken. Die Erschmatter und Erschmatterinnen haben sich besonders unter dem Schutz des Erzengels Michaels gestellt, der nach biblischer und vorbiblischer Überlieferung als der grösste aller Engel gilt. Es heisst, dass der hl. Michael der Erzengel des Glaubens ist, der uns von negativen Fremdenergien abschirmt, den man um Schutz für Leib und Seele bitten kann und der die Menschen beim Tode ins "ewige Licht" begleitet.


Eine Geschichte, die bis heute 300 Jahre andauert...

Bis zur Gründung der Pfarrei Erschmatt-Bratsch gehörte Erschmatt zur Pfarrei Leuk. Die Teilnahme am Pfarreileben in Leuk war für die Erschmatter und Erschmatterinnen beschwerlich. In einem 3 1/2 stündigen Marsch mussten die Toten nach Leuk zur Beerdigung gebracht werden. Oft konnte die Bevölkerung im Winter nicht an den Sakramenten teilnehmen. Die Forderung nach einer eigenen Pfarrei wuchs. Die Dorfbewohner haben sich sehr gefreut, als Bischof Franz Josef Supersaxo der Pfarreigründung Erschmatt-Bratsch im Jahre 1710 zustimmte und 1713 konnte Johann Christian Bellwald als erster Pfarrer in der inzwischen neu gebauten Kirche wirken.
Die erste Orgel wurde ab 1739 durch einheimische Kräfte gespielt. 1883 entstand ein eigener Chor und erfreut seither die Bevölkerung mit ihren Künsten. Das kulturelle Leben mit seinen vielen Vereinen, wo die christliche Gesinnung besonders betont wurde, entwickelte sich nun stetig. Die Vereine bildeten bald das tragende Fundament der Pfarrei.
Auffallend sind die vielen geistlichen Berufungen, die aus unserem Dorf hervorgegangen sind und sicher auch vom tiefen Gebetsleben unserer Bevölkerung zeugen.

 

Wegkapellen in Erschmatt

Kapelle Hohe Brücke - Kreuzkapelle - Kapelle Brentschen - Kapelle Bachalpe
Inderkummen-Kuonen Edith, Religionspädagogin

Die Gemeinde Erschmatt hat in den letzten Jahrzehnten ihre Wegkapellen restauriert. Viele Einheimische und Wanderer besuchen auf ihren Wegen diese Kapellen, um innezuhalten, still zu sein oder zu beten. Josua Boesch hat am 17. Juli 1985 in seinem Tagebuch geschrieben: "Würde mich jemand fragen, was mich am tiefsten beruhigt, ich antwortete ihm: Schönheit und Stille. Beide gehören für mich zusammen, denn Schönheit verbreitet Stille. Gott muss so unsagbar schön sein, dass man in SEINER Nähe verstummt und höchstens ein staunendes "Oh" oder ein "DU" stammeln kann".
Wegkapellen sollen nicht nur wegen ihrer wertvollen Bausubstanz erhalten werden, sondern sie sollen dem modernen Menschen in unserer Zeit eine Oase der Stille und des Friedens bieten. Die Wegkapellen sind verbunden durch einzigartige Wanderwege. Beim "erwandern" dieser Wege kann ich still werden, mich öffnen und dadurch eine Vertiefung des Lebens erfahren.

 

Kapelle zur Hohen Brücke

Die Kapelle liegt auf 900 m ü.b.M. Höhe; die Umgebung ist beeindruckend: Beim steinigen Felsgebiet auf 800 m ü.b.M. Höhe beginnt das Gebiet der Gemeinde Erschmatt. Die kunstvoll gewölbte Bogenbrücke aus dem Jahre 1563 stellt die Verbindung zwischen den Gemeinden Erschmatt und Leuk dar. Zur Verkehrserschließung mit dem Auto wird in den Jahren 1955/56 eine schlanke Betonbrücke über die gähnende Schlucht des Feschelbaches gebaut. Die Schlucht ist Anziehungspunkt für viele Besucher und Besucherinnen. Außerdem kann man in dieser Schlucht gut dem Klettersport frönen. Rechts von der Kapelle führt der Pilgerweg durch eine Trockensteppe hinauf ins Wohngebiet der Gemeinde auf eine Höhe von 1238 m.

Klein, standhaft und strahlend weiß steht die Kapelle auf Felsen gebaut an der Feschelschlucht. Die Kapelle besteht aus einem Natursteinmauerwerk, das mit einem mineralischen Putz versehen ist. Das Natursteinplattendach in Wildform fügt sich in die felsige Umgebung bestens ein.

 

Kreuzkapelle Erschmatt

Die Kapelle liegt auf 1238 m ü.b.M. Höhe auf einer Terrasse des Wohndorfes Erschmatt. Das Dorf mit ca. 300 Einwohnern zählt schweizerisch überdurchschnittlich viele Sonnentage. Nicht umsonst nennt man diese Gegend "Sunnubärgaa". Die Kapelle ist umringt von neueren Häusern aus den 60er und 90er-Jahren und etlichen Gärten, welche die Einwohner und Einwohnerinnen mit viel Liebe pflegen. Im Dorfkern selber kann man noch viele alte Walliser Häuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert bewundern. Nicht umsonst wird das Dorf auf die Liste der schützenswerten Dörfer mit eidgenössischen Schutz gestellt.

Die Kapelle liegt südlich auf einer kleinen Anhöhe außerhalb des alten Dorfteils mit Sicht auf die eindrucksvolle Bergkette des Turtmanntals. 

 

Kapelle Brentschen

Auf 1550 m ü.b.M. Höhe befindet sich auf dem Gebiet der Gemeinde Erschmatt die Voralpe Brentschen. Der Weiler wird heute von den Einheimischen als Ferienresidenz genutzt und geschätzt. Brentschen liegt auf einem Plateau und erlaubt eine beeindruckende Aussicht aufs und durchs Rhonetal bis hinunter nach Martinach. Die meisten Dächer sind mit Steinplatten gedeckt. Wenige Eternitdächer beeinträchtigen die Einheitlichkeit des Dorfbildes. Die leuchtend weiße Kapelle bietet einen Kontrast zu den schwarzgebrannten Bauten. Die Häuser sind in Reihen zur Kapelle hin angelegt, welche dadurch zum Dorfzentrum wird.

Die Kapelle sticht mit ihrem weißen, mineralisch atmungsaktiven Putz von weitem ins Auge. Vor der Kapelle lädt eine Sitzbank zum Verweilen ein. Dabei kann man kann die wunderbare Aussicht auf die Walliser Viertausender genießen. Bei der letzten Renovierung im Jahre 2007 wird der Eingang wieder an seinem ursprünglichen Ort an der Westseite verlegt, wodurch die Kapelle stark aufgewertet wird. Es gibt lediglich eine Fensteröffnung auf der Südseite. Das Dach ist mit Steinplatten gelegt.

 

Kapelle Bachalpe

Die Kapelle steht auf 1937 m ü.b.M. Höhe auf dem linken Ufer des Feschelbaches. Hinter der Kapelle sind saftige Alpweiden im Wechsel mit Gestein und steilen Felswänden zu sehen. Die reichhaltige Alpenflora beeindruckt jeden Wanderer. Die Kapelle ist Ausgangspunkt für verschiedene Höhenwanderungen. Der Weg hinauf auf den Nivengrat ist mit viel Mühen verbunden, aber am Ziel angelangt, wird man mit einer herrlichen Aussicht durchs Rhone- und Lötschental bis hin zur Lötschlücke belohnt. Die Wege zu den benachbarten Alpen Obern und Galm werden rege benutzt. Als besonderes Erlebnis kann eine Wanderung über den Restipass hinüber in die Lötschentaleralpen empfohlen werden.

Die Kapelle ist aus Bruchstein gemauert und kann dadurch den extremen Witterungsverhältnissen auf der Alpe standhalten. Sie besticht durch ihre Einfachheit und fügt sich unauffällig in den Baustil der anderen Hütten und die steinige Alpe ein. 

Kapelle Bachalpe, Marina Hartmann
Kapelle hohe Brücke, Edwin Grand
Kapelle Brentschen, Edwin Grand
Kreuzkapelle, Edwin Grand

Pfarreirat

NameFunktionOrtTelefon
Hilda HugoPräsidentinErschmatt027 932 25 76
Thomas MichligPfarrerSusten027 473 13 30
Daniel NotiVikarLeuk-Stadt027 473 12 09
Paul-André AmbühlDiakonLeuk-Stadt027 474 97 22
Josefa SchnyderMitgliedErschmatt027 932 32 15
Jérôme FuxMitgliedBurgdorf

Kirchenrat

NameFunktionOrtTelefon
Paul InderkummenPräsidentErschmatt027 932 25 61
Dominque RussiMitgliedSusten079 530 70 21
Thomas MichligPfarrerSusten027 473 13 30